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Forschung Matthias Golbeck, M.A.

Promotionsprojekt

Doppelter Aufbruch. Russlands Vordringen nach Turkestan und in neue Räume der Autobiographik (ca. 1860 bis 1917).

Betreuer: Prof. Dr. Martin Aust
Das Promotionsvorhaben untersucht das Generalgouvernement Turkestan (Zentralasien) als Raum neuer Erfahrungen, Wahrnehmungen und Selbstbeschreibungen der handelnden russischen Akteure zwischen ca. 1860 und 1917. Das Gebiet in Mittelasien ist als imperiale Randregion vom Russländischen Reich ab Mitte des 19. Jahrhunderts erobert worden. Im Sinne Jochen Hellbecks und Klaus Hellers sollen bibliographisch zahlreich verzeichnete Autobiographien, Memoiren, Reise- und Augenzeugenberichte, Tagebücher und Briefe der an der Eroberung, Erschließung und Verwaltung der Region beteiligten Militärs, Beamten, Kaufleute, Wissenschaftler, Geistlichen, Künstler und ihrer Angehörigen als Quellen autobiographischer Praxis ausgewertet werden. Die Untersuchung russischer Selbstzeugnisse aus der mittelasiatischen Peripherie ist, anders als aus den europäischen Reichsteilen, noch eine Leerstelle in der Imperien-Forschung. Jüngste Studien lassen vermuten, dass russische Akteure in Turkestan neue Formen imperialer Selbstbeschreibungen hervorgebracht haben. Mit Bezug auf die von Volker Depkat dargestellte jüngere Methodenentwicklung soll die den genannten Textsorten jeweils eigene Textualität in der Rekonstruktion und Analyse berücksichtigt werden.

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