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Übersetzung des Artikels von Oleksij Jas’: TRADITIONEN DER GROSSEN HISTORISCHEN NARRATIONENDIE IN DEN KULTURELLEN EPOCHEN VOM ENDE DES 18. JAHRHUNDERTS BIS IN DAS 20. JAHRHUNDERT

Liebe Interessenten der Osteuropäischen Geschichte, wir möchten Ihnen die Übersetzung des Artikels des ukrainischen Historikers Oleksij Jas’ über die Traditionen des großen historischen ukrainischen Narrationen vorstellen, die im Rahmen eines studentischen Projektes von Olga Kozliuk, Maria Timofeeva und Artem Danevych vorbereitet wurde (Hauptverfasserin: Olga Kozliuk).

 

O. V. Jas’ (*Jas’ Oleksij Vasyljovyč ist ein Kandidat der Geschichtswissenschaften, leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Geschichte der Ukraine der NANU, Abteilung für ukrainische Historiographie)

 

DIE TRADITIONEN DER GROSSEN HISTORISCHEN NARRATIONEN IN DEN KULTURELLEN EPOCHEN VOM ENDE DES 18. JAHRHUNDERTS BIS IN DAS 20. JAHRHUNDERT

Es wird die Formulierung und die Entstehung der ukrainischen Grand-Narration im Kontext der epistemologischen Muster und axiologischen Anordnungen der verschiedenen kulturellen Epochen erläutert. Die verschiedenen intellektuellen und kulturellen Transformationen der großen ukrainischen Narration werden betrachtet, die mit ihrer Koexistenz, ihrem Wettkampf und ihrer Kreuzung mit der russischen Reichs- und sowjetischen Grand-Narrationen verbunden sind.

Vielbändige Geschichten erzeugen merkwürdige, manchmal widersprüchliche oder sogar sich gegenseitig ausschließende Überlegungen, Gefühle und Assoziationen. Zunächst bilden sich die beträchtliche Folianten, gebundene in den schönen aber erstaunlich gleichartigen Einbänden mit den festen Rücken, auf denen die dementsprechende fortlaufende Nummerierung eingetragen ist in unserer Vorstellung aus als kondensierte gedankliche Klumpen, die die höchste Leistungen des akademischen Denkens darstellen. Deshalb denkt man schließlich über das riesige Ausmaß der investierten Arbeit, schöpferischen Energie, routinemäßigen organisatorischen, technischen und methodischen Vorbereitung, letztlich über die vielen Jahre des menschlichen Lebens, die mit solchen intellektuellen Schöpfungen verbunden sind, nach.

Aber natürliche Skepsis, die vielen Geisteswissenschaftlern inhärent ist, die im scheinbar „kurzen“, aber nach dem subjektiven Gefühl so langen 20. Jahrhundert geboren wurden, während dessen die offensichtliche Grenze zwischen dem Illusorischen und Realen sich endgültig gelöst hat, überwältigt am Ende. Schließlich verursachen kritische Intentionen jene andere Vorstellungen, welche die mehrbändigen Sammlungen mit dem Anspruch auf Legitimierung, künstlichen Universalismus und Monumentalität verbinden, welche in der Zeit des Postmodernismus und Multikulturalismus mit ihrer Apologie der durchgängigen Mosaizität (Vielschichtigkeit) und Kaleidoskopismus der Umwelt zumindest archaische kulturelle und intellektuelle Relikten zu sein scheinen. In der Zeit der Sowjetischen Union kommt zu solchen Haltungen noch die berüchtigte Erfahrung der Mehrheit der Nutzer der mehrbändigen kollektiven Ausgaben hinzu. Beispielsweise erweckt es Erinnerungen an die ironische Sentenz, die unter den Studenten der geisteswissenschaftlichen Studien am Abend der sowjetischen Epoche herrschte: die vielbändige Sammlungen darf man durchblättern aber auf keinen Fall lesen!

Den vollständigen Text sehen Sie im Anhang.

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